Blog-Eintrag —
Warum PR im KI-Zeitalter wieder menschlicher werden muss
Auf dem Deutschen PR-Tag 2026 drehte sich fast alles um künstliche Intelligenz. Auch unser Vortrag stellte KI in den Mittelpunkt, allerdings mit einer unbequemen Frage:
Was passiert mit PR, wenn plötzlich alle unbegrenzt Content produzieren können?
Unter dem Titel „Kill the Noise – Warum KI-Content unsichtbar macht und wie PR wieder Wirkung erzielt“ sprach Kristina Pilkinton, Country Manager DACH bei Mynewsdesk, über die Auswirkungen generativer KI auf Sichtbarkeit, Glaubwürdigkeit und Medienarbeit.
Mehr Content, weniger Wirkung?
KI macht Content-Produktion schneller, günstiger und einfacher als je zuvor. Pressemitteilungen, Social Posts und Pitches lassen sich in wenigen Minuten erstellen und in hoher Frequenz veröffentlichen.
Doch genau darin liegt die Herausforderung: Während der Output steigt, wächst die Aufmerksamkeit nicht mit. Journalisten, Stakeholder und Zielgruppen werden mit austauschbaren Inhalten und KI-generierter Kommunikation überschwemmt und reagieren zunehmend sensibel darauf. Im schlechtesten Fall führt dies zu Skepsis gegenüber der eigentlichen Vertrauensperson.
Eine zentrale Erkenntnis des Vortrags:
KI ist gleichzeitig Produktivitäts-Booster und Glaubwürdigkeits-Killer.
Auch interne Daten von Mynewsdesk zeigen diese Entwicklung deutlich: Die Anzahl und Länge von Pressemitteilungen nehmen seit dem Durchbruch generativer KI spürbar zu – ohne dass die Wirkung, also die daraus resultierende Medienberichterstattung, proportional steigt.
Die fünf Erfolgsbooster für wirksame PR im KI-Zeitalter
Im Mittelpunkt des Vortrags standen fünf Ansätze, mit denen PR-Teams auch in einem überfüllten Informationsraum sichtbar bleiben können:
1. Relevanz-Gate
Inhalte konsequent filtern und nur Themen platzieren, die wirklich relevant, passend und berichtenswert sind.
2. Exklusive Insights
Unternehmens-eigene Daten, Beobachtungen, Benchmarks und Einordnungen liefern — also Inhalte, die KI nicht einfach reproduzieren kann.
3. Zugänge schaffen
Journalist:innen Zugang zu Menschen, Orten und Perspektiven ermöglichen, die nicht öffentlich verfügbar sind.
4. Persönliche Beziehungen stärken
Wieder stärker auf echten Austausch, Vertrauen und langfristige Kontakte setzen: Events, Networking und Redaktionsbesuche werden wieder wichtiger.
5. Redaktionen entlasten
Journalisten Material an die Hand geben, das unmittelbar nutzbar ist: Bilder, Fact Sheets, belastbare Daten und aussagekräftige Zitate.
PR bleibt ein People Business
Die wichtigste Botschaft des Vortrags:
Gerade weil KI Kommunikation automatisiert, gewinnt menschliche Kommunikation wieder an Wert.
Vertrauen entsteht nicht durch maximale Content-Produktion, sondern durch Relevanz, Glaubwürdigkeit und Beziehungen. Oder anders gesagt:
Nicht die lautesten Inhalte gewinnen, sondern die relevantesten.
Da der Impulsvortrag auf so große Resonanz gestoßen ist, werden wir ihn schon bald als Webinar anbieten und damit allen Interessierten – nicht nur den Besuchern des PR-Tags – zugänglich machen.